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Michaela 6.11.2018

Jäger und Sammler

Sammeln Sie auch etwas? Sind Sie ein Jäger oder Sammler? Macht es Ihnen Freude, auf Flohmärkten zu stöbern und dort das eine oder andere Schnäppchen zu machen?

Oder sind Sie so diszipliniert, alles wegzuwerfen, was Sie nicht unmittelbar brauchen? Vielleicht sogar den Schrank regelmäßig zu durchforsten – man sagt ja, dass man Kleidungsstücke, die man ein Jahr nicht getragen hat, gleich weggeben kann, weil man sie nie wieder anziehen wird. Aber es könnte doch sein, dass die Hose nach der nächsten Fastenkur doch wieder passt oder dass das bunte Hawaii-Hemd vielleicht genau das Richtige für die nächste Sommerparty wäre? Es wäre doch schade, wenn man es dann nicht mehr hätte!

Sammler mit Leidenschaft

Elefant: Kitsch für Sammler
Ein Elefant für Sammler und Liebhaber (© Maksimenko Taras / shutterstock.com)

Aber das kann man wohl nicht unbedingt als Sammeln bezeichnen, vielleicht eher als Aufheben. Sind nicht Sammler diejenigen, die etwas ganz Bestimmtes sammeln? Zum Beispiel Schallplatten, Comichefte, Schneekugeln, englische Teetassen mit kitschigen Schnörkseln, Elefantenfiguren (mit dem Rüssel nach oben, denn sonst bringen sie Unglück!) oder auch Pilze, die man dann – wenn man sich traut und sich auch auskennt – gleich auch zu einem köstlichen Mahl verarbeiten kann. Die sind dann eher nicht zum Aufheben gedacht. Oder etwa gar Briefmarken sammeln? Die kann man sehr gut aufheben, und sie brauchen noch nicht mal viel Platz.

Aber sammelt heutzutage überhaupt noch jemand Briefmarken? Ist das nicht furchtbar langweilig und verstaubt? Gibt es denn überhaupt noch Briefmarken? Ja, nein und ja. Zugegebenermaßen ist Briefmarkensammeln jetzt nicht grad das Top-Hobby der Mehrheit der Bevölkerung, aber es gibt Zeitgenossen und -genossinnen, die ihre Freizeit damit verbringen, kleine bunte Bilder genau zu studieren und zu katalogisieren. Und nicht nur das – sie sind oft wahre Experten in ihrem speziellen Sammelgebiet, seien es nun die Postgeschichte, Briefmarken einer bestimmten Epoche oder besondere Themen wie etwa Flugpost oder Portomarken.

Geschichte und Geschichten

Post für Sammler
Was verbirgt sich hinter alten Poststücken? (© Anneka / shutterstock.com)

Und natürlich geht es dabei nicht immer nur um die Briefmarken selbst, sondern auch um die damit frankierten Poststücke, die ja wiederum ganz spezielle Zeitzeugnisse abgeben, auch wenn es oft nur leere Kuverts sind. Gibt es die Firma noch, die da offenbar ihre Rechnungen per Post verschickt hat? Oder war es vielleicht die Zusage für einen Arbeitsplatz? Oder ein Brief an einen lange nicht mehr gesehenen Freund? Warum hat wohl jemand Post aus Übersee bekommen?

Noch persönlicher sind natürlich Ansichtskarten, bei denen man ja auch den Inhalt sieht: Wer hat da an wen eine Feldpostkarte verschickt? Und welche persönlichen Schicksale mögen sich wohl hinter simplen Schriftstücken wie einer Postkarte verbergen? Kam der Soldat, der die Karte verschickte, überhaupt zurück aus dem Krieg?

Aber nicht nur Briefmarken und Poststücke erzählen eine Geschichte, auch andere Dinge, die Sammler schätzen, haben vielleicht schon viel erlebt. Vielleicht war die Schallplatte einmal ein Geschenk an die Liebste, die man bei diesem Lied das erste Mal geküsst hat. Oder vielleicht kann man sich von einem Kaffeehäferl nicht trennen, weil es das Lieblingshäferl der Großmutter war. Und dann beginnt man sich für ähnliche Dinge zu interessieren, kauft noch das eine oder andere Stück dazu – und so entsteht dann eine richtige Sammlung. Manchmal von Dingen, die bei anderen Menschen Kopfschütteln hervorrufen und leise Bedenken, ob man denn „noch alle Tassen im Schrank“ hat. Freunde bewundern aber vielleicht sogar die Sammlung und hören sich gerne die Geschichten an, die man zu jedem einzelnen Stück erzählen kann (oder sie sind nur nett und tun so, als würde es sie interessieren).

Jäger des verlorenen Schatzes

Kunst für Sammler
Kunst für Sammler (© Pla2na / shutterstock.com)

Wenn man es sich leisten kann, kann man natürlich auch Oldtimer sammeln. Oder Uhren. Oder Kunst. Man kann in einen jungen Künstler investieren und hoffen, dass aus ihm einmal eine Berühmtheit wird und seine Werke einem Reichtum und Ruhm bescheren. Man kann auf Auktionen versuchen, Schnäppchen zu erhaschen, weil man als Einziger das Potenzial des Objekts erkennt. Oder auch den eigenen Dachboden durchstöbern in der Hoffnung, einen vergessenen Klimt oder Schiele dort zu finden.

Bei den Briefmarken ist das so eine Sache. Es gbit natürlich wirklich wertvolle Briefmarken. Aber von denen gibt es nicht sehr viele. Die Wahrscheinlichkeit, dass man eine solche zufällig in Großvaters Album findet, ist nicht wahnsinnig groß. Trotzdem ist es irgendwie ein Nervenkitzel, ein altes Album durchzusehen. Vielleicht ein Fehldruck oder eine seltene Farbvariante? Auch wenn man damit vielleicht nicht reich wird, ist es für Philatelisten doch erhebend, ein besonderes Exemplar zu finden oder etwa seine Sammlung einer bestimmten Briefmarkenserie zu komplettieren.

Sammler haben immer was zu tun

Vielleicht sammeln Sie ja auch Bierdeckeln oder die Figuren aus den Überraschungseiern oder Autogramme von Promis oder Ansichtskarten oder Servietten oder einfach alles zum Thema Star Trek oder … Es gibt kaum etwas, was man nicht sammeln kann. Hauptsache, es macht Spaß. und es macht noch mehr Spaß, wenn man andere Sammler treffen und seine Leidenschaft mit ihnen teilen kann. Eine gute Gelegenheit dazu bieten Sammlerbörsen oder Messen, z. B. für Briefmarken und Münzen die NUMIPHIL 2018, die vom 30.11. bis 1.12.2018 in Wien stattfindet.

Jäger und Sammler zu sein ist etwas Schönes. Wir umgeben uns gerne mit Dingen, die uns lieb sind. Das ist ein Luxus, den man sich gönnen kann – es müssen ja nicht unbedingt Stücke sein, die besser in einem Tresor oder im Museum aufgehoben wären. Vielleicht sind es ja auch einfach nur Stücke, mit denen wir besondere Erinnerungen verbinden. Fotos, Ansichtskarten, Briefmarken oder Omas Kaffeehäferl.

Kaffeetasse mit Geschichte
Nostalgie pur: eine Kaffeetasse mit Geschichte (© panda cooper / shutterstock.com)

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