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Jede BRIEFMARKE erzählt eine GESCHICHTE
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Briefmarken Sammeln
Sammeln Geschichten
Michaela 3.5.2017

Vom Sammeln und Geschichten erzählen

Ich stelle mal die These auf: Jeder Mensch sammelt irgendetwas. Bierdeckeln, Servietten, kleine Porzellanfiguren, Uhren, Autos, Puppen, Bücher, Schuhe, Postkarten oder eben Briefmarken. Oder auch ganz etwas anderes.

Was sammeln wir denn so?

Oldtimer sammeln
Nicht übel, so ein schöner Oldtimer (© pavlobaliukh – fotolia.com)

Was man sammelt, das hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits natürlich ganz wesentlich vom Geld, das einem dafür zur Verfügung steht. Wenn es ihnen möglich wäre, würden wahrscheinlich viele Menschen gerne schöne alte Oldtimer sammeln – gegen einen schnittigen Flitzer aus den Sechzigerjahren hätte ich zugegebenermaßen auch nichts einzuwenden, das ist aber weder in der Anschaffung noch in der Erhaltung ganz billig, und um als Sammler zu gelten braucht man ja dann noch dazu mehr als ein Exemplar, und dann wird es erst recht unerschwinglich.

Andererseits wären Puppen wohl nicht so teuer in der Anschaffung, aber dafür fehlt es mir eindeutig an Interesse, und irgendwie finde ich auch manche ziemlich gruselig, mit ihren starren Augen und ihrem zweideutigen aufgemalten Lächeln … aber das ist natürlich Ansichtssache. Jeder hat seine Vorlieben und Interessensgebiete, und das ist natürlich überhaupt der Hauptgrund, warum und was man sammelt.

Wohin mit dem Zeug?

Bücher sammeln
Ein Bücherregal sieht immer gut aus (© connel_design – fotolia.com)

Auch nicht ganz unwichtig ist der Platz, der einem zur Verfügung steht. Fein säuberlich gefaltete Servietten in Schuhkartons brauchen definitiv weniger Platz als z. B. Wurlitzer, also Musikboxen aus vergangenen Jahrzehnten, die ja auch viele Anhänger haben. Da empfiehlt sich dann schon ein kleines Privatmuseum, wo man die guten Stücke auch gleich ausstellen und herzeigen und viele interesssante Geschichten dazu erzählen kann.

Bücher kann man ja noch halbwegs gut in Regalen in allen Zimmern der Wohnung verstauen, und ein Haus voll mit Büchern wirkt auch weniger verschroben als ein Schlaf- oder Wohnzimmer, in dem in allen möglichen und unmöglichen Ecken Puppen sitzen und einen beobachten … aber genug davon. Ganz im Gegenteil, viele Bücher zu besitzen ist gesellschaftlich durchaus anerkannt und macht einen gebildeten Eindruck (selbst wenn man die wenigsten auch wirklich gelesen haben sollte).

Was man braucht

Der Sammler
Sammler oder Horter? (© Lorelyn Medina – shutterstock.com)

Andere Menschen, vor allem solche, die schon schlechtere Zeiten erlebt haben, sammeln gerne alles Mögliche, was man „vielleicht nochmal brauchen könnte“, seien es nun leere Verpackungen, Teile von irgendwelchen Geräten, die man längst nicht mehr besitzt, oder Kleidungsstücke, die heutzutage niemand mehr freiwillig tragen würde. Aber das ist weniger ein systematisches „Sammeln“ als mehr ein „Horten“ und ist meist nicht einem bestimmten Thema zuzuordnen.

Post aus der Ferne

Gruß aus der Ferne - Postkarten erzählen Geschichten
Gruß aus der Ferne (© Giuseppe Porzani – fotolia.com)

Postkarten werden auch gerne gesammelt. Einerseits, weil man sie meist von guten Freunden geschickt bekommt und sie damit auch persönliche Erinnerungsstücke sind, andererseits finden auch Plattformen wie „Postcrossing“ immer mehr Anhänger, bei denen man von wildfremden Menschen Ansichtskarten aus allen Teilen der Welt nach dem Zufallsprinzip erhält und so quasi ein buntes Sammelsurium an Bildern aus aller Herren und Frauen Länder zusammenkommt – siehe den Artikel meiner Kollegin zum Thema „Reisen im Kopf“ mittels Postkarten. So ist es ja zweifellos schön, eine Postkarte aus der Karibik zu bekommen, während man, wenn man aus dem Fenster blickt, die nachmittäglich schon dunklen Straßen im Novembernebel sieht. Oder mit einer Grippe im Bett liegt. Oder vor lauter Arbeit nicht weiß, wo einem der Kopf steht.

Geschichten von der Briefmarke

Praktisch sind ja da die Briefmarken. Klein, handlich, nicht teuer in der Anschaffung (sofern es nicht grad ein besonders seltenes, wertvolles Exemplar ist). Und gerade Briefmarken erzählen in ihrem ganz winzigen, (meist) gezackten Rahmen ganz viel aus der großen weiten Welt. Vor allem die gebrauchten, also echt „gelaufenen“. Die kommen vielleicht aus einem weit entfernten Land, haben schon eine Geschichte hinter sich, können Geschichten erzählen. Aber auch die postfrischen.

Briefmarke sammeln
Wie soll die Briefmarke aussehen? (© blablo101 – shutterstock.com

Irgendwo hat sich in einer Postgesellschaft jemand Gedanken gemacht, was denn nun auf der Marke drauf sein soll (außer es ist irgendein diktatorisch regiertes Land, wo ohnehin nur der autokratische Herrscher drauf sein darf). Dann hat sich ein Grafiker Mühe damit gemacht, sie zu gestalten. Klassisch oder modern? Vielleicht sogar rund oder dreieckig? Hat vermutlich mehrere Entwürfe gemacht, die mehr oder weniger Gefallen gefunden haben. Jemand hat ein Motiv ausgesucht, das dann gedruckt wurde. Dann hat irgendjemand die Briefmarke gekauft. Vielleicht gleich viele Marken, z. B. für ein Unternehmen, oder auch ganz bewusst nur diese eine ausgesucht. Dann hat jemand einen Brief oder eine Postkarte geschrieben, für jemand ganz Bestimmten gedacht, vielleicht ein Liebesbrief? Oder eine Ansichtskarte aus dem Urlaub? Eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier? Oder – weniger erfreulich – eine Mahnung, ein Kündigungsschreiben oder einen Scheidungsantrag damit frankiert.

Vielleicht hat der Empfänger das Kuvert oder die Karte mit der Briefmarke aufgehoben, weil die Marke so schön ist? Oder es wurde weggeworfen, weil der Inhalt wichtiger war als die Verpackung. Dann hat vielleicht jemand zufällig im Altpapier die Briefmarke gesehen und Kuvert oder Karte herausgeklaubt. Die Briefmarke sorgfältig abgelöst und dann in ein Album einsortiert, fein säuberlich nach Ländern, Themen oder Jahreszahlen geordnet. Und dann sieht sich jemand dieses Album an, freut sich an den schönen Motiven oder denkt an die Reise, die die Briefmarke hinter sich hat. Vielleicht ein Kind, dem der Großvater stolz seine Briefmarkensammlung zeigt und das so einen ersten Einblick in die Faszination der kleinen bunten Bildchen erhält.

Große Geschichten im kleinen Rahmen eben. Ein tolles Hobby, das Briefmarkensammeln. Lesen Sie dazu die fünf Gründe warum man jetzt mit dem Briefmarken sammeln beginnen sollte …

Briefmarken erzählen Geschichten
Geschichten und Briefmarken (© Dieter Pregizer – fotolia.com)

 

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