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Briefmarken Sammeln
Wertvoll oder nicht? Vielleicht eine echte Rarität? (© Roman Kalishchuk / shutterstock.com)
Michaela 19.4.2018

Wertvolle Briefmarke: es gibt sie doch

Viele Briefmarkensammler – oder Menschen, die irgendwo auf ihrem Dachboden ein Briefmarkenalbum ihres Großvaters gefunden haben – fragen sich, ob sich denn vielleicht doch unter all den bunten Papierstückchen eine besonders wertvolle Briefmarke verbirgt.

Es war einmal in Mauritius

Blaue Mauritius
Die Blaue Mauritius (gemeinfrei)

Es wäre ja möglich – vielleicht hat ja zufällig vor rund 170 Jahren jemand mit einer Blauen Mauritius einen Brief an einen unserer Vorfahren frankiert, der dann in irgendeiner Schachtel vergessen wurde. Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Die wohl berühmtesten Briefmarken der Welt, die Rote und die Blaue Mauritius, wurden 1847 in der ersten Serie in einer Auflage von nur je 500 Stück in der britischen Kronkolonie gedruckt. Was sie so besonders macht, ist ihre Beschriftung: Am Rand der Marke steht „Post Office“ – richtig gewesen wäre „Post Paid“. Viele Legenden berichten, warum es zu diesem Fehler kam – es lässt sich heute wohl nicht mehr wirklich nachvollziehen. Eine Blaue Mauritius – von beiden Sorten sind nur noch wenige Exemplare weltweit bekannt – erzielte übrigens 2011 bei einer Auktion einen Preis von über einer Million Euro.

Und sollten Sie vielleicht doch einen Brief finden, der mit der Roten und der Blauen Mauritius frankiert ist, dann haben Sie wohl ausgesorgt. Das bislang einzige bekannte solche Schriftstück, der berühmte Bordeaux-Brief, wurde 1847 von einem Weinhändler aus Mauritius nach Frankreich geschickt. 1902 wurde er in einem Archiv wiederentdeckt. Sein heutiger Schätzwert beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.

Die unbekannte wertvolle Briefmarke

British Guiana 1 cent magenta
Die British Guiana 1 cent magenta: die wertvolle Briefmarke, die nur wenige kennen (gemeinfrei)

Die Mauritius-Marken mögen zwar die bekanntesten sein, die teuersten sind sie allerdings nicht. Mit diesem Attribut kann sich die „British Guiana 1 cent magenta“ schmücken. Sie sieht nicht besonders spektakulär aus, aber es ist weltweit nur ein einziges Stück bekannt, und das macht sie natürlich zu etwas ganz Besonderem. Auch ihre Geschichte ist interessant: Angeblich wurde diese Marke 1856 als provisorische Ausgabe in der britischen Kolonie Guyana gedruckt, weil die in Großbritannien bestellten Briefmarken nicht geliefert wurden. Als Sicherheitsmerkmal wurde die Marke mit einer händisch angebrachten Signatur versehen. Die Briefmarke ging durch viele Sammlerhände und wurde bei einer Auktion 2014 um fast 9,5 Millionen US-Dollar versteigert – der höchste bislang erzielte Preis für eine Briefmarke.

Die teuerste Marke Deutschlands

Der Baden-Fehldruck 9 Kreuzer
Der Baden-Fehldruck 9 Kreuzer (gemeinfrei)

In Deutschland wird die „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“ aus 1851 auf einen Wert von rund zwei Millionen Euro geschätzt. Die Besonderheit dieses Fehldrucks liegt darin, dass die Marke in der falschen Farbe, nämlich in Blaugrün statt in Rosa, gedruckt wurde. Diese Farbe war für einen anderen Nominalwert vorgesehen gewesen. Drei gestempelte Exemplare dieser Marke sind bekannt.

Eine kuriose Geschichte verbirgt sich auch hinter manchen aktuelleren deutschen Briefmarken – auch so kann man eine wertvolle Briefmarke schaffen! Die „Gscheidle-Marke“ aus 1980 etwa oder die Audrey-Hepburn-Marke aus 2001 – dazu aber mehr an anderer Stelle.

Österreichs wertvollste Marke

Der Zinnoberrote Merkur
Der Zinnoberrote Merkur (gemeinfrei)

Vergleichsweise „günstig“ gibt es dagegen Österreichs wertvollste Marke zu haben. Der „Zinnoberrote Merkur“ aus 1856 ist eine Zeitungsmarke, und das erklärt wohl ihre Seltenheit – wer hebt schon die frankierte Verpackung einer Zeitung auf? Von den rund 120.000 gedruckten Exemplaren sind daher nur wenige erhalten. Als Zeitungsmarke trägt der „Rote Merkur“ keinen aufgedruckten Wert, sondern die Farbe symbolisierte die Wertstufe. Es gab eine blaue, eine gelbe und eine rosa Marke – für eine, zehn und fünfzig Zeitungen. Die rosa Version wurde wegen mangelnder Verwendung bald eingestellt. Da die gelbe Ausgabe aber schwer erkennbar war und sich außerdem leicht durch chemische Behandlung einer billigen blauen Marke fälschen ließ, wurde der „Gelbe Merkur“ zum „Roten Merkur“ umgefärbt – eine spanndende Geschichte, die sich hinter dieser Marke verbirgt! Ein „Zinnoberroter Merkur“ wird heute auf bis zu 50.000 Euro geschätzt – besonders schöne Exemplare können aber noch weit höhere Preise erzielen.

Verbirgt sich in Ihrer Sammlung auch eine wertvolle Briefmarke?

Auch wenn sich in Ihren eigenen Briefmarkenalben nun vielleicht keine millionenschweren Raritäten verbergen – ein genauer Blick ist allemal angebracht. Einzelne besondere Exemplare können durchaus wertvoll sein und drei- bis vierstellige Europreise erzielen. Auch Briefmarkenbörsen können vielleicht eine Quelle für kleine Schätze sein. Und wer weiß – vielleicht finden Sie ja doch eine große Überraschung in einem Schuhkarton voller unsortierter Briefmarken aus alten Zeiten oder auf den alten Liebesbriefen der Urgroßeltern!

Wenn Sie neugierig sind, ob sich unter Ihren Briefmarken vielleicht auch das eine oder andere wertvolle Stück befindet: Mit der neuen Stamp-Manager App können Sie Ihre Marken scannen und so sofort Ihren Wert erfahren. Die App gibt es gratis zum Download für Apple– und für Android-Geräte. Probieren Sie sie aus und lassen Sie sich überraschen!

Alte Briefe: vielleicht auch die eine oder andere wertvolle Briefmarke (© Preto Perola / shutterstock.com)
Alte Briefe: vielleicht ist auch die eine oder andere wertvolle Briefmarke dabei (© Preto Perola / shutterstock.com)

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