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Portofino in Italien
Michaela 18.7.2017

Streifzug durch Italien

Was fällt Ihnen spontan zu Italien ein?

Rom, die ewige Stadt? Shopping in Mailand? Die Aida in der Arena di Verona? Weinverkostung in der Toskana? Sandburgen bauen am Strand? Der Karneval von Venedig? Juventus gegen AS Roma? Pizza Napoletana? Ruinen anschauen bei 40 Grad im Schatten? Pfirsiche, die ganz anders schmecken als zu Hause?

Strandliegen Italien
Nicht jeder Strand in Italien sieht so aus (© Neonyn – fotolia.com)

So vielfältig wie die Assoziationen zu Italien ist auch das Land selbst. Für viele Mitteleuropäer ist es auch heute noch das Lieblingsurlaubsland. Das hat vielleicht nostalgische Gründe, weil man schon in der Kindheit die Ferien in Italien verbracht hat, typischerweise in Caorle, Bibione, Jesolo, Lignano oder Grado. Dabei hat das Land so viel mehr zu bieten als verstaute Autobahnen und Strände, wo ein Sonnenschirm neben dem anderen steht – unter anderem natürlich auch wunderschöne Briefmarken.

Das römische Reich

Denken wir doch nur mal an die Geschichte. Das antike Rom war lange Zeit quasi der Nabel der Welt, das Imperium Romanum über viele Jahrhunderte eine Weltmacht, die nicht nur den gesamten Mittelmeerraum beherrschte, sondern auch von Britannien über Mitteleuropa bis weit in den Osten reichte. Ausgenommen natürlich ein kleines gallisches Dorf … aber das ist eine andere Geschichte. Noch heute lernen die Kinder in der Schule von Cäsar, Augustus, Nero und Konsorten, von den Iden des März, von der Christenverfolgung, Sklaven und Gladiatorenkämpfen im Kolosseum.

Forum Romanum
Das Forum Romanum: Überreste des Römischen Reichs (© Dmitry Zamorin – shutterstock.com)

Hollywood im alten Rom

Italien römischer Kaiser
Rom hat’s drauf! (© Yael Weiss – fotolia.com)

All das wurde natürlich auch von Hollywood ansehnlich aufbereitet (auch wenn nicht alle Schauplätze im heutigen Italien liegen): von Ben Hur, Die letzten Tage von Pompeji, Cleopatra, Spartacus und Quo Vadis bis hin zu Gladiator und zur TV-Serie Rome. Legendäre Wagenrennen und Tigerkämpfe im Kolosseum, Sophia Loren im Pharaoninnen-Outfit und fitnesscentergestählte Gladiatoren vermitteln vielleicht nicht gerade ein historisch akkurates Zeitzeugnis, aber spannend anzusehen sind sie allemal.

Geschichte zum Angreifen

Aber kommen wir wieder in die Realität zurück. Italien strotzt nicht nur vor Geschichte – auch außerhalb Roms –, sondern ist auch ein Hort der Kunst und der Kultur aus zahlreichen Epochen: von den Etruskern und der römischen Antike über das Mittelalter und die Renaissance bis in die heutige Zeit. Überall begegnet man der Geschichte, und alles erzählt eine Geschichte.

Sightseeing in Italien

Rom ist praktisch gefüllt mit Sehenswürdigkeiten: Kolosseum, Forum Romanum, Engelsburg, Trevi-Brunnen, Renaissance-Villen, unzählige Kirchen und Museen. Der Vatikan – Stadt und Staat innerhalb Roms – ist das Zentrum der katholischen Kirche und zugleich mit dem Petersdom und der Sixtinischen Kapelle eines der meistbesuchten Touristenziele der Welt. Oder Venedig: einst Handelszentrum der mächtigen venezianischen Kaufmänner, heute von Touristen (und Wasser) überflutet.

Mittelalterliche Städte wie Pisa oder Florenz locken die Kunstfreunde ebenso wie die toskanischen Perlen Siena oder San Gimignano. Und auf jedem Hügel, der etwas auf sich hält, thront eine Burg oder ihre Überreste: Castello, Torre, Palazzo, Fortezza oder Rocca heißen sie und dokumentieren die wehrhafte Vergangenheit eines Landes, das fast zur Gänze vom Meer umschlossen ist. Sehr schön zeigt das eine Briefmarkenserie mit Burgen aus Italien.

Die schönen Künste

Seneca Statue in Italien
Seneca zeigt uns den rechten Weg (© crisfotolux – fotolia.com)

Leonardo da Vinci, Michelangelo, Tizian, Raffael, Botticelli, Caravaggio – die Liste der so genialen wie bekannten bildenden Künstler kann beliebig lange fortgeführt werden. Verdi, Rossini, Vivaldi, Corelli, Puccini und so viele andere füllen die Opernhäuser und Konzertsäle bis heute mit Wohlklängen. Divina Comedia – Dante Alighieris Klassiker gilt als eines der größten Werke der Weltliteratur.

Philosophen und Schriftsteller wie Seneca, Cicero, Ovid oder Catull haben uns im Lateinunterricht immer wieder vor schier unlösbare Rätsel gestellt: Aurea prima sata est aetas … (für Wissbegierige: Ovid, Metamorphosen, Buch 1, Vers 89 ff). Und über Galileo Galilei sind wir wiederum im Physikunterricht gestolpert – hoffentlich nicht wörtlich.

Cinema Italiano

Neben den Historienschinken aus den Fünfzigern oder Sandalenfilmen der neueren Zeit hat der italienische Film selbst eine ganz eigenständige Entwicklung genommen. Cinecittà ist ein riesiger Studiokomplex im Süden Roms, der ursprünglich für Mussolinis Propagandafilme errichtet wurde, in dem später aber viele italienische Klassiker gedreht wurden. Federico Fellini – man denke nur an La Strada –, Roberto Rosselini, Luchino Visconti und Vittorio de Sica sind nur einige der Filmemacher, die dem italienischen Neorealismus der Nachkriegszeit zugeordnet werden.

Passend dazu ein wunderschöner Briefmarkensatz der Poste Italiane, der Federico Fellini, Vittorio Gassman und Alberto Sordi auf Briefmarken würdigt:

Spaghetti & Western

Italowestern Italien
Immer cool bleiben (© bus109 – shutterstock.com)

Von den klassischen Western unterscheiden sich die Italowestern durch ihren ganz eigenen Stil und natürlich auch die Musik. Wenig Dialoge, lange Bildeinstellungen, extreme Close-ups. Sergio Leone und Ennio Morricone. Il buono, il brutto, il cattivo mit dem dämlichen deutschen Titel Zwei glorreiche Halunken: Clint Eastwood als der schweigsame Gute in der „Dollar-Trilogie“. Oder C’era una volta il west (Spiel mir das Lied vom Tod) – mit dem Mundharmonika spielenden Charles Bronson. Und etwas später dann die komödiantische Variante des Spaghettiwesterns mit Bud Spencer und Terrence Hill. Vielleicht haben Sie ja jetzt Lust, sich wieder einmal einen guten alten Italowestern anzusehen? Hören Sie schon den unheilvollen Klang der Mundharmonika? Spüren Sie schon die Gänsehaut?

Das Paradies auf Erden

Und hat man schließlich genug von Kunst, Kultur und Geschichte und auch vom Ausflug ins Kino, hat man auch den italienischen Autoverkehr mit seinen nicht vorhandenen Verkehrsregeln überlebt, so lehnt man sich einfach zurück und genießt die wunderschönen Landschaften, die Italien zu bieten hat. Ein Sonnenuntergang über dem weiten Meer. Sanfte Hügel in der Toskana, schroffe Steilküsten rund um Amalfi, malerische Meeresbuchten und idyllische Seen im Landesinneren. Beeindruckende Vulkane. Die Dolomiten in Südtirol, der Sandstrand an der Adria. Bunte Promi-Städtchen wie Portofino oder einsame Inseln, die kaum ein Tourist betritt. Skifahren in Südtirol oder Jetskifahren an der Riviera – gar nicht so weit voneinander entfernt wie man denkt.

Italien auf Briefmarke

Die schönsten Landschaften gibt es natürlich auch auf Briefmarken zu bewundern – und das ist natürlich nur eine kleine Auswahl, die ich besonders schön finde.

Ciao, bella Italia!

Italien auf der Terrasse
Italien-Feeling auf der Terrasse (© Del Boy – shutterstock.com)

Und dazu Weinberge, Olivenhaine, Feigen- und Zitronenbäume, säulenartige Zypressen oder schattenspendende Pinien, Palmen und überall blühende Oleander so hoch wie Bäume.

Die mediterrane Pflanzenwelt versucht so mancher, sich nach Hause auf den Balkon zu holen: ein paar Terrakottatöpfe mit blühenden Sträuchern, duftende Kräuter und Tomatensträucher fürs frisch gemachte Caprese, vielleicht sogar ein kleines Orangenbäumchen – ein kleiner Gruß aus Italien und ein wenig Sehnsucht nach der Ferne.

Legendär: la Cucina Italiana

Nicht umsonst gibt es mittlerweile wohl in den meisten Städten der Welt mehr Pizzerias (Pizzerien? Pizzerie?) als traditionelle lokale Restaurants. Ein Teigfladen belegt mit Tomatensauce, Käse und diversen anderen Leckereien – je nach Geschmack und Traditionsbewusstsein – ist ja nun eigentlich nicht so wirklich originell, aber halt mittlerweile ein echter Klassiker, auch als Fast-Food (Pizzaschnitte am Strand, im Büro, unterwegs,…). Dazu noch Spaghetti und andere Pasti in allen Variationen, Frutti di Mare, Antipasti mit Oliven und eingelegtem Gemüse, San Daniele Schinken, Mozzarella, Salami, Parmesan, … wo soll man aufhören, und wer kann das lesen, ohne sofort hungrig zu werden?

Italien Küche
Feine Köstlichkeiten aus Italien: Buon appetito! (© Africa Studio – shutterstock.com)
Briefmarke Italien Köstlichkeiten
Köstlichkeiten made in Italy (© neftali – shutterstock.com)

Dazu ein Gläschen von feinsten Weinen mit so wohlklingenden Namen wie Vino Nobile di Montepulciano Selezione Asinone oder Primitivo di Manduria Sassirossi (welch schöne Sprache ist doch das Italienische!) und zum Abschluss einen Grappa oder einen aromatisch süßen Limoncello und natürlich einen Espresso. Nicht zu vergessen natürlich noch die süßen Köstlichkeiten wie Tiramisu, Panna Cotta oder einfach ein kühles Gelato – so ein Italienurlaub kann damit leicht mit ein paar Kilogramm mehr enden! Na dann Salute!

Als Abschluss unseres kleinen Streifzugs noch eine Markenedition der Österreichischen Post: eine virtuelle Reise durch Italien mit wunderschönen Briefmarkenmotiven.

Mit dieser kleinen „Reise im Kopf“ haben wir Ihnen hoffentlich Lust auf einen Besuch in Bella Italia gemacht!

Arrivederci!

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