Kunst und Kultur
Walter Vopava - der Sir der Schwarzen Malerei (© Österreichische Post)
Claudia 1.7.2017

Walter Vopava – abstrakte Kunst auf Briefmarke

Er ist einer der großen Reduktionisten der zeitgenössischen österreichischen Kunstszene – der Wiener Maler Walter Vopava. Hell und Dunkel sind die beiden Pole, zwischen denen sich seine abstrakten Werke entfalten. Am 1. Juli 2017 bringt die Österreichische Post eine Sondermarke mit einem seiner für ihn ganz charakteristischen Werke heraus.

Walter Vopava wurde 1948 in Wien geboren. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste bei Professor Maximilian Melcher, der auch bekannte Künstler wie Peter Pongratz und Hubert Schmalix zu seinen Schülern zählte. Der Künstler lebt und arbeitet in Wien, Berlin und Niederösterreich. 1999 erhielt er den Preis der Stadt Wien und den Würdigungspreis des Landes Niederösterreich, 2011 wurde er mit dem Österreichischen Kunstpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

Während seine Bilder in den 1980er Jahren noch figurative Bezüge aufwiesen, wurden seine Gemälde in den 1990er Jahren immer mehr zu Farbräumen. Schwarz und Weiß dominieren, allfällige Farben kommen nur gebrochen vor. Nuancen von Grün, Rosa, Grau markieren Übergänge, Verläufe. Das Ergebnis sind meditative Tiefenräume, die dem Betrachter ein geheimnisvolles „Dahinter“ suggerieren. Walter Vopava geht in seiner Arbeitsweise nicht von einer Idee aus, die illustriert wird, sondern diese entsteht umgekehrt erst während des Malens – dennoch entzieht sich seine Malerei der Beliebigkeit, da sie sich zunächst an einem bestimmten System orientiert.

Walter Vopavas Einstellung zur Malerei ist entschieden puristisch. Abstraktion ist für ihn nicht unbedingt ein Stil, sondern die Möglichkeit, sich auf das Essenzielle in der Malerei zu konzentrieren, losgelöst vom Vorwand des Inhaltlichen und Figurativen. Malerische Balkenstrukturen schweben im Raum und verzahnen sich; manchmal driften sie ab, sind lediglich an den äußersten Grenzen des Bildes sichtbar. Eine deutliche Aufhellung tritt hierbei ein, das Dunkle weicht dem Hellen. (Florian Steininger)

Das auf der Sondermarke abgebildete Motiv ist ein Werk Vopavas ohne Titel aus dem Jahr 2007, Acryl auf Leinwand in der Größe 280 mal 200 Zentimeter, das sich beim Künstler befindet. Er verzichtet bewusst auf jegliche Titel, um Bezüge zu Natur oder Wirklichkeit von vornherein nicht zu ermöglichen. Nähere Infos zu dieser künstlerischen Sondermarke finden Sie auf der Website der Österreichischen Post AG. Wenn Sie an niederländischer Kunst auf Briefmarke interessiert sind, finden Sie hier Näheres dazu.

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